Arbeitsmarktdialog Bonn/Rhein-Sieg

„Fachkräfte: Mangel oder Mismatch?“ am 2. September 2026 im Gustav-Stresemann-Institut

 

Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, Bildung, Arbeitsmarktinstitutionen und Politik kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und gemeinsam Perspektiven für die Fachkräftesicherung in der Region zu entwickeln. Durch die Veranstaltung führte Moderatorin Kathrin Post-Isenberg.

Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Guido Déus und Landrat Sebastian Schuster stellten Victoria Appelbe, Wirtschaftsförderin der Bundesstadt Bonn, und Regina Rosenstock, Wirtschaftsförderin des Rhein-Sieg-Kreises, die gemeinsame Arbeitsmarktregion Bonn/Rhein-Sieg vor. Trotz unterschiedlicher wirtschaftlicher Strukturen verbindet beide Teilregionen ein gemeinsames Ziel: Wachstum, Innovation und Beschäftigung nachhaltig zu sichern.

Wie sich die aktuellen Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven darstellen, wurde anschließend in einer Talkrunde deutlich. Silvia Bravin (Lux-Werft), Marcel Dengel (Bedachungen Dengel), Marc Heidgen (Odenthal Haustechnik), Bastian Olpp (Agentur für Arbeit) und Daniela Steinau (Eaton) diskutierten über die Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt sowie über Herausforderungen bei der Gewinnung, Qualifizierung und Bindung von Fachkräften. Dabei wurde deutlich: Neben der Gewinnung neuer Fachkräfte gewinnt die Frage, wie vorhandene Potenziale besser genutzt und Beschäftigte für neue Anforderungen qualifiziert werden können, zunehmend an Bedeutung.

In den anschließenden Workshops wurde der Austausch praxisnah vertieft. Im Mittelpunkt standen vier Themen: 

  • die Gewinnung und langfristige Integration internationaler Fachkräfte 
  • die Erschließung inländischer Fachkräftepotenziale 
  • der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Personalentwicklung 
  • das Thema „Leben und Arbeiten in Bonn/Rhein-Sieg: Wie entsteht mehr und bezahlbarer Wohnraum?“

Letzteres wurde im Vorfeld durch eine Umfrage unter den Teilnehmenden als „Thema des Tages“ ausgewählt und griff damit eine zentrale Voraussetzung für die Attraktivität der Region als Arbeits- und Lebensstandort auf.

Die Workshops waren von einem intensiven und lebhaften Austausch geprägt und boten Raum, Erfahrungen zu teilen, neue Lösungsansätze zu entwickeln und Impulse für die weitere Arbeit der Bündnisakteure mitzunehmen.

Ein weiterer Höhepunkt des Nachmittags war der Impuls von Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Er stellte die Fachkräfte- und Arbeitsmarktpolitik des Landes vor und betonte die Bedeutung einer frühzeitigen Zusammenarbeit von Unternehmen, Arbeitsmarktakteuren, Wirtschaftsförderungen und Weiterbildungsträgern.

Im anschließenden Abschlusstalk diskutierte Laumann gemeinsam mit Victoria Appelbe und Regina Rosenstock über konkrete Ansatzpunkte für die Fachkräftesicherung in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis.

Der Arbeitsmarktdialog stieß auf große Resonanz und wurde von den Teilnehmenden als gelungen und gewinnbringend bewertet. Die offene und lebhafte Atmosphäre, der intensive Austausch in den Workshops und die zahlreichen Gespräche beim abschließenden Networking machten deutlich, wie wichtig die regionale Zusammenarbeit für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen ist.

Präsentationen: