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25. Frühstückstreff am 13.09.2017

Moderne Führungskultur am Vormittag

"Unsere digitalen Stellenanzeigen werden zukünftig Videos, inklusive kurzer Statements von Beschäftigten und Führungskräften, beinhalten." Mit dieser Aussage überraschte Frank Müntinga, Bereichsleiter Personal und Verwaltung eines Bonner Wetterdienstleisters, die rund 75 Teilnehmenden des 25. Frühstückstreffs des "Bündnis für Fachkräfte Bonn/Rhein-Sieg" im Hotel Bristol.

Martina Schönborn-Waldorf, Leiterin der Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg, und Judith Schiementz, Leiterin des regionalen Kompetenzzentrums Frau und Beruf, hatten zu Beginn die Teilnehmenden begrüßt. Gemäß dem Motto "Gemeinsam für Lösungen sorgen" startete der Vormittag mit dem einführenden Vortrag "Die Arbeitgebermarke mit moderner Führungskultur stärken", gleichzeitig auch das Thema des Frühstückstreffs, inhaltlich ausgearbeitet von den Verantwortlichen des Handlungsfeldes "Zukunft mit Frauen gestalten".

„Gehen Sie mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch mehr in den Di­alog!“, forderte Annette Dietz, Referentin des Kompetenzzentrums Fachkräfte­sicherung (KOFA), ansässig beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln, das Publikum auf. Wichtig sei es Fragen zu stellen, wie zum Beispiel „Was brauchen Sie, um motiviert arbeiten zu können?“ und „Wodurch fühlen Sie sich im Alltag wert geschätzt?“. Dabei gehe es nicht um „Wünsch´ dir was“, sondern darum, die Beschäftigten mit ihren individuellen Bedürfnissen ernst zu neh­men, ein­fach mal zuzuhören und gemeinsam zu klären, was im Rahmen der Möglich-kei­ten liege. Zudem betonte Dietz, dass Führung oft nicht prioritär und nur punk­tuell behandelt werde. Es sei wichtig, Zeit und Geld zu investieren und Führung in die Ziel- und Strategiepla­nung aufzunehmen sowie die Personalpolitik ent­sprechend anzupassen. Leitende Mitarbei­tende sollten sich als Mentorin bzw. Mentor sehen und Macht abgeben können. Denn wer flexible Arbeitszeiten oder andere familienbewusste Angebote implementieren möchte, be­nötige eine vertrauensbasierte Beziehung zu seinen Beschäftigten. Dietz stellte ab­schließend fest: „Die Gestaltung von Führungskultur braucht Zeit. Aber es lohnt sich, denn so gewinnen Sie durch eine höhere Produktivität und Motivation der Beschäftigten und werden zu einem attraktiven Arbeitgebenden.“ Ihre Präsentation können Sie hier ansehen.

Wie familienbewusste Personalpolitik und moderne Führungskultur konkret gelebt werden kann, erfuhren die Teilnehmenden in der anschließenden Talk­runde mit Wetter Online und dem Helios Klinikum Siegburg.

Alexandra Wachendörfer moderierte diesen Talk mit Annette Dietz, Carolin Lieven, Geschäftsführerin des Siegburger Klinikums, und Frank Müntinga, Bereichsleiter Personal und Verwaltung des Wetterdienstes.

„Unser Geschäftsführer motiviert die Beschäftigten zur Elternzeit, da es eine wunderschöne Zeit ist, die so schnell nicht wiederkommt.“, berichtete Müntinga und Lieven erläuterte, dass sie regelmäßig den Dialog mit den Pfle­gekräften suche, um zu erfahren, wie die Stimmung ist und welche Bedingun­gen notwendig sind, um gute Arbeit zu leisten. Darüber hinaus profi­tierten die Beschäftigten des Klinikums von einer eigenen Großtagespflegestelle und einer betrieblichen Zusatzversicherung, durch die sie im Falle eines eigenen Kran­kenhausaufent­haltes in allen deutschen Helios Kliniken auf der Komfortstation vom Chefarzt behandelt werden. Müntinga plädierte für mehr Sensibilität in der Personalpolitik: „Wer motivierte und glückliche Mitarbeiter haben will, sollte auf individuelle Bedürfnisse eingehen.“ Moderatorin Alexandra Wachen­dörfer gab zu bedenken, dass man Führung nicht studieren könne. Fort­bildun­gen seien daher wichtig, jedoch wenig erfolgsversprechend, wenn diese ver­pflichtend durchgeführt würden.

Im anschließenden Austausch vertieften die Teilnehmenden die Diskussion in kleinen Run­den, die Ergebnisse wurden anschließend erörtert und zusammen­getragen. Gemeinsamer Tenor war, dass die Führungskräfte mit der modernen Führungskultur authentisch umgehen müssen und – wie eine Teilnehmerin aus dem Publikum einbrachte -, dass Führungskräfte sich auch selber mal in Frage stellen sollten.